Косоглазие
Merke

Hoher Kontrast verbessert die Sehschärfe.

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Ametropie

Unkorrigierte, akkommodativ nicht kompensierte Fehlsichtigkeit vermindert die Sehschärfe. Ein Defokus von 1 dpt Sphäre reduziert den Visus auf ca. 1/4 [82], ein zylindrischer Defokus von 1 dpt auf ca. 1/2 des Normalwerts [64]. Besonders stört schräger Astigmatismus. Die Hyperopiekorrektion durch Brillengläser, weniger durch Kontaktlinsen, wirkt vergrößernd, Myopiekorrektion verkleinert. Wegen des Unterschieds von 20 bzw. 25% benachbarter Visusstufen ist dies nur bei hohen Korrektionswerten relevant.

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Abb. 1.51 Kontrastempfindlichkeit in Abhängigkeit von der Ortsfrequenz. Zur Prüfung der Kontrastempfindlichkeit werden Sinusgitter verwendet. Die Kontrastschwelle ist dann erreicht, wenn der Beobachter das Gitter gerade noch erkennt. Trägt man diese gegen die Ortsfrequenz des Gitters auf, resultiert die Kontrastempfindlichkeitsfunktion. Ihr Endpunkt zeigt die höchste Ortsfrequenz (das feinste Gitter) an, die bei maxima-lem Kontrast noch erkannt wird.

Kurve a: Normale Kontrastempfindlichkeitsfunktion (KEF) im photopischen Bereich.

Kurve b: KEF bei herabgesetzter Beleuchtung.

Kurve c: KEF z. B. bei neuroophthalmologischer Erkrankung.

Pupillengröße

Eine enge Pupille bewirkt größere Schärfentiefe, aber auch eine Zunahme von Lichtbeugung, welche die Abbildungsschärfe reduziert. Eine weite Pupille führt zu höherer Lichtstärke, aber auch zur Zunahme der sphärischen und chromatischen Aberration. Die Sehschärfe ist relativ konstant bei Pupillendurchmessern von 2,5–6 mm [49] mit einem Bestwert bei 3 mm [69].

Darbietungszeit

Je weiter die Größe eines Sehzeichens über der Erkennungsschwelle liegt, umso geringer ist die für seine Erkennung erforderliche Reizdauer. Die meisten Beobachter erzielen bei einer Zeit von mehr als 0,5 s eine etwas bessere Sehschärfe als bei kürzerer Darbietung [5], [57].

Bewegung

Die Augen führen auch beim Fixieren eines kleinen Objekts ständig Mikrobewegungen von Winkelsekunden bis mehreren Winkelminuten aus [20]. Größere Augenbewegungen reduzieren ab einer Geschwindigkeit von 2°/s die

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Abb. 1.52 Zentrifugale Abnahme der Sehschärfe. Kurve a zeigt die zentrifugale Abnahme der Gitter-Sehschärfe, bezogen auf die lineare Sehschärfeskala (linke Ordinate). Das Gefälle erscheint dabei übertrieben steil. Kurve b ist auf die logarithmische Skala (rechte Ordinate) bezogen.

Sehschärfe [80]. Dies ist nicht zu verwechseln mit der Fähigkeit, Bewegungen als solche wahrzunehmen. Deren Schwelle liegt ohne Vergleichsobjekt bei einer Reizgeschwindigkeit von 15–20‘/s [6].

Netzhautort

Von der Foveola ausgehend nimmt die Sehschärfe mit der Exzentrizität im Gesichtsfeld zuerst steil, dann reizabhängig weniger steil ab. Wertheim ermittelte eine klassische Kurve unter Verwendung von Drahtgittern und wies schon 1894 auf die Flächenabhängigkeit der exzentrisch gemessenen Werte hin. Kleine Gitter ergaben geringere Sehschärfewerte als größere Gitter [76] (▶Abb. 1.52).

Kontureninteraktion und Trennschwierigkeiten

Eng angeordnete Sehzeichen sind schwerer erkennbar als einzeln stehende Sehzeichen [12], [26], [71]. Die Beeinflussung durch benachbarte Konturen tritt auch bei Diskriminations- [79], [82] und Stereoreizen [15] auf. Die Überlagerung mehrerer Sehzeichen durch Doppel- oder Fehllokalisation, wie bei Amblyopie möglich, wird als Trennschwierigkeit bzw. Crowding bezeichnet. Zur Feststellung des für Amblyopie typischen Crowding und zum Ausschluss von Amblyopie ist die Prüfung mit Reihensehzeichen unerlässlich. Kinder bis zum 10. Lebensjahr können eng stehende Sehzeichen noch nicht so gut erkennen wie Erwachsene. Bei einem Abstand über 30‘ (entsprechend 4,4 cm in 5m Entfernung; Sehzeichenreihen sind noch keine Reihensehzeichen) erreichten bereits 5-Jährige 1,0 und 10-Jährige 1,25–1,6.

Merke

Sichere Amblyopiediagnostik erfordert enger stehende Sehzeichen, als viele Visusprojektoren liefern!

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Untersuchungsentfernung

Bei sonst gleichen Bedingungen und Korrektion für die Nähe ist am gesunden Auge kein wesentlicher Unterschied zwischen dem bestkorrigierten Fern- und Nahvisus zu erwarten. Ein schlechterer Nahvisus kann durch eine subkapsuläre Katarakt in Verbindung mit der Miosis bedingt sein, ein besserer Nahvisus dadurch, dass ein Nystagmus durch Konvergenz gedämpft wird. Ein vermeintlicher Unterschied kann dadurch entstehen, dass in der Ferne der Visus, in der Nähe das Lesevermögen, also unterschiedliche Funktionen bestimmt werden. Weitere Gründe für vermeintlich entfernungsabhängige Unterschiede sind Abstandsungenauigkeiten und Beleuchtungsunterschiede.

Eine Abnahme der Leuchtdichte unter 10 cd/m2 bewirkt bei Presbyopie und Medientrübungen eine deutliche Visusreduktion. Deshalb ist auf ausreichende Beleuchtung von Sehproben (ca. 100 cd/m2) und adäquate Nahkorrektion zu achten. Wenn bei geringem Visus die Untersuchung in der Ferne nicht möglich ist, weil der Projektor oder die Sehprobentafeln keine ausreichend großen Sehzeichen bieten, ist es nicht nur erlaubt, sondern unumgänglich, die Distanz zu verkürzen. Damit ist auch im unteren, für die Beurteilung einer Sehbehinderung und bei tiefer Amblyopie wichtigen Visusbereich eine valide, zuverlässige Bestimmung möglich. Der in 4 oder 5 m geltende Wert einer bestimmten Zeile entspricht in 0,5 m (2 dpt Nahaddition) einem Achtel bzw. Zehntel des Nennwerts. Die Zeile „0,32“ einer für 4 m kalibrierten ETDRS-Karte entspricht in 1 m der Visusstufe 0,08. Die Zeile „0,25“ des für 5 m kalibrierten C-Tests entspricht in 0,5 m der Visusstufe 0,025, weil die Sehzeichen nun zehnmal so groß auf der Netzhaut abgebildet sind. Der Optotypenabstand nimmt z. B. von 17,2“ auf 172“, also ca. 3° zu. (Diese proportionale Umrechnung ist nur im Bereich kleiner Winkel zulässig, wo die Tangensfunktion annähernd linear ist, nicht bei großen Winkeln!)