Косоглазие
Merke

Der normale Visus Erwachsener beträgt mehr als 1,0.

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Besonders bei Schielamblyopie wird deutlich, dass auch das Minimum separabile von der Art des Reizes abhängt. Ein Gittermuster ist bei Amblyopie besser auflösbar als ein Landoltring. Aus dem verzerrten kortikalen Bild ist die Richtung der Gitterlinien eher rekonstruierbar als die Öffnung des Landoltrings.

Merke

Das Minimum separabile hängt vom visuellen Reiz ab.

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Lokalisationssehschärfe

Die Lokalisationssehschärfe ist durch die kleinste erkennbare Veränderung der räumlichen Beziehung zweier Objekte zueinander (Minimum discriminibile) definiert. Diese kann in der Verkippung zweier Linien, der Durchbiegung einer Linie oder der kleinen Verschiebung einer Linie bestehen. Die Begriffe Noniussehschärfe (Pedro Nuñes, 1502–1578) und Vernier acuity (Pierre Vernier 1580– 1637) werden identisch verwendet. Die Schwelle liegt bei 2–10".

Erkennungssehschärfe

Die Erkennungssehschärfe wird mit Sehzeichen (Optotypen) bestimmt. Die Norm-Optotype ist der Landoltring [47], [48]. Der Visus ist der Kehrwert des kleinsten Sehwinkels, unter dem die Lücke im Ring erkannt wird. Andere Sehzeichen werden so kalibriert, dass sie an Augengesunden denselben Visuswert liefern wie der Landoltring (▶Abb. 1.49).

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Abb. 1.49 Landoltring. Der Außendurchmesser des Rings entspricht dem 5-Fachen der Liniendicke, die Größe der Lücke der Liniendicke. Zur Prüfung auf Sehschärfestufe 1,0 erscheint die Lücke unter einem Sehwinkel von 1 Winkelminute (in 5 m Prüfdistanz ca. 1,5 mm).

Merke

Amblyopie geht mit Trennschwierigkeiten einher. Dadurch sind eng stehende Sehzeichen schlechter zu erkennen als einzelne Sehzeichen.

Anders als beim Vorlesen eng benachbarter Sehzeichen werden beim Lesen von Texten größere Buchstaben- und Wortgruppen en bloc erfasst. Störungsfreies Lesen erfordert daher die funktionelle Integrität parazentraler Netz-hautareale. Kleine Skotome durch Makulopathie, kortikal bedingte Skotome und Trennschwierigkeiten können das Lesevermögen erheblich beeinträchtigen. Es kann auch durch höhere kognitive Störungen wie Alexie gestört sein. Umgekehrt kann ein einfacher, klein gedruckter Text auch bei schlechter Beleuchtung oder trotz Makulopathie noch lesbar sein, während unter gleichen Bedingungen unbekannte Wörter oder Zahlen derselben Größe nicht mehr eindeutig erkennbar sind. Intellektuelle Faktoren und Erfahrung beeinflussen das Lesevermögen [44]. Das Abbruchkriterium für Lesetexte ist schwer definierbar. Wie sollen Zögern, die Lesegeschwindigkeit und Fehler bewertet werden? Auch standardisierte Tests mit Berücksichtigung der Fehlerrate lösen dieses Problem nur teilweise, gerade wenn sie bekannte Wörter verwenden [62], [72]. In Silbentests wurde versucht, eine sinnvolle Ergänzung aus dem Kontext zu verhindern [46].

1.3.2 Einflüsse auf die Sehschärfe Helligkeit

Mit zunehmender Helligkeit steigt die Sehschärfe [43]. Zwischen einer Leuchtdichte von 100 und 1000 cd/m2, wo Sättigung erreicht ist, beträgt der Anstieg nur noch ca. 1 dekadisch-logarithmische Stufe [35]. Bei Nacht besteht ein Zentralskotom, da die Foveola ausschließlich Zapfen enthält, deren Funktion im skotopischen Bereich erlischt. Die stäbchengebundene Sehschärfe erreicht maximal 0,2 [37]. Unter skotopischen Bedingungen entwickeln viele Menschen akkommodativ eine Nachtmyopie [16], [54], [65].

Merke

Bei Helligkeit nimmt die Sehschärfe zu.

Kontrast

Der Kontrast K wird für scharf begrenzte Flächen unterschiedlicher Leuchtdichte bisweilen angegeben als Verhältnis der Leuchtdichtedifferenz Δ L zur mittleren Leuchtdichte L beider Flächen oder zur Leuchtdichte L der größeren – meist helleren – Fläche: K = Δ L/L. Eindeutig definiert ist der Michelson-Kontrast. Sein Wert liegt zwischen 0 und 1:

Рисунок со страницы 58
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Abb. 1.50 Einfluss von Abbildungsunschärfe auf den Bildkontrast. Ein grobes Gitter (a) verliert bei der Abbildung auf der Netzhaut an Konturenschärfe, der Kontrast bleibt aber erhalten, da $ L_{max} $ und $ L_{min} $ gleich bleiben. Ein feines Gitter (b) erleidet zusätzlich einen Kontrastverlust, da Hell und Dunkel ineinander fließen und sich dadurch $ L_{max} $ und $ L_{min} $ einer mittleren Helligkeit nähern.

  • a Grobes Gitter.

  • b Feines Gitter.

Michelson-Kontrast: $\mathrm{K}=(\mathrm{L}_{\max}-\mathrm{L}_{\min})/(\mathrm{L}_{\max}+\mathrm{L}_{\min})$

Die Abbildungsunschärfe des Auges bewirkt eine Kontrastminderung für fein strukturierte Reize (▶Abb. 1.50a, b). Medientrübungen und unkorrigierte Ametropien reduzieren den retinalen Bildkontrast zusätzlich (▶Abb. 1.51).